Garten

Was wächst wo?

Wir betreiben Fruchtwechsel, ein Beetplan wird erstellt und dann auch veröffentlicht.

Auf dem Ziegelbeet wachsen u.a. Dalmatinischer Salbei, Griechischer Oregano, Ysop, Lavendel, Olivenkraut, Bergminze, Johanniskraut, Eisenkraut, Johannislauch, Eberraute, verschiedene Tymiane.

Auf den Kräuterstreifen rechts und links des Hauptweges wachsen u.a. ligurischer Beifuß, Liebstöckel, Schnittlauch, marokkanische Minze, Leimkraut Silene vulgaris, Schildampfer, Gewürzfenchel, Mutterkraut, Schnittknolauch, Herzgespann, Ewiger Kohl, Winterheckenzwiebeln.

Wie wir gärtnern

Warum wir wie arbeiten:

Wir  gärtnern biologisch, d.h. nicht nur ohne Gift. Es geht immer wieder darum zu beobachten, was ist los, wie kann die Natur unterstützt werden. Wir mulchen den Boden. Der lehmige Boden kann bei Trockenheit sehr fest werden, dann ist das Wachstum und die Bearbeitung schwierig. Unter dem Mulch bleibt die Erde locker, die Pflanzen können besser wurzeln und wachsen. Der Mulch schützt den Boden vor Austrocknung und vor Schäden durch Schlag- und Starkregen. Die Bodenlebewesen bekommen Futter und ein geschützen Lebensraum und erhalten die Bodenfruchtbarkeit.

Wie der Vermehrungsgarten funktioniert:

Der Vermehrungsgarten beginnt unter dem ersten Querweg. Hier wachsen die Pflanzen, die wir vermehren wollen. Weil kein Besucher einschätzen kann, ob die Pflanze oder Frucht für die Saatgutgewinnung, Vermehrung gebraucht wird, darf hier nichts abgepflückt, verzehrt oder mitgenommen werden. Nur auf den Naschbeeten ist mausen und abpflücken erlaubt. Hier wachsen u.a. Erdbeeren, Erbsen, Salate, Süßdolde, Japanische Weinbeere, Taglilien, Mutterkraut.

Stand des Aufbaues

Der Garten ist im Aufbau und unter dieser Rubrik wird berichtet, wie weit wir sind.

In 2016 gehen wir in die dritte Saison. Im Winter hat die Gartenarbeit geruht. In dem milden Winter sind viele Pflanzen gut durch den Winter gekommen. Die Wintererbsen und -salate beginnen früh ihr Wachstum. Marokkanische Minze, Liebstöckel, Winterheckenzwiebeln, Silene vulgaris treiben aus. Der Japanische Senfkohl "Grün im Schnee" ist gut durch den Winter gekommen, einige Pflanzen mussten gerntet werden, weil sie zu eng standen und bereicherten die Küchen von MithelferInnen. Jetzt geht er in Blüte.

Seit März 2016 sind wir damit beschäftigt die Rahmenbeete aufzubauen. Sie wurden von der Jugendwerkstatt der ASG gebaut und bestehen aus Lärchenholz. Zum Aufbau müssen für die Stützen Löcher gegraben werden. Dies ist nicht immer einfach. Von unseren Vorgängern finden wir immer wieder große Steine im Untergrund, die ausgegraben werden müssen. Die Wurzeln der im Frühjahr 2014 gefällten Eschen sind oft ebenfalls im Weg. So gehen diese Arbeiten langsam voran. Aber weit mehr als die Hälfte ist geschafft. In den ersten Beete sind Aussaaten vorgenommen worden. Hier werden ab Mitte, Ende Mai auch die Stangen und Buschbohnen ausgesät.

Von der Gärtnerei Ingelmann aus Algermissen haben wir alte Frühbeetfenster bekommen, mit Hilfe einer Holzkonstruktion geben sie den Aussaaten in den Rahmenbeeten die Chance in geschützer Atmosphäre aufzuwachsen. Die ersten beiden Erbsensorten, "Däumling" und "Zwerg Express", sind schon aus der Erde.

Immer noch machen uns Kaninchen den Anbau schwer. Den sibirischen Blattkohl "Russischer Roter" haben sie arg angegangen, wir hoffen, dass wir sie unter Schutz zum Blühen und Fruchten kriegen. Zum Glück gibt es auch auf dem Lindener Berg Pflanzen, die in Blüte gehen werden. Von Klaffkes haben wir Drahtgeflecht erhalten, was noch gegen die Kaninchen eingebaut werden muss.

Jetzt im Frühjahr haben wir begonnen die Mulchschicht zu entfernen, der Boden wird gelockert und soll sich erwärmen. Später kommt dann neuer Mulch auf die Fläche.

Für den Anbau der Kürbisse ist ein Feld mit Pappe, Pferdemist und Stroh belegt worden. Mitte, Ende Mai, Anfang Juni kommen dann die Zucchini und Kürbisse.

Die Heukartoffeln haben auf dem Platz hinter den Rahmenbeeten einen Ort gefunden. Wie in den letzten Jahren haben wir begonnen, den Boden mit Pappe auszulegen und darauf die Kartoffeln in Kompost gelegt. Bedeckt werden sie wieder mit Heu, also getrocknetem Grasschnitt.

Im Folientunnel wachsen weiter Wintersalate und entwickeln sich gut. Yaconpflanzen und Glückskleerübchenpflanzen stehen zum Treiben dort und der Senfkohl "Agano" entwickelt sich gut.

Mit den immer wieder gefundenen Steinen wird ein zweites Steinbeet entstehen.

In 2017 haben wir den Aufbau des Gartens fortgesetzt. Der zweite Folientunnel stand zum ersten Mal zur Verfügung. Bei der Mitarbeit am Nachmittag und am Freiwilligentag wurden dort Gräben gezogen, Kompost verteilt. Hier wuchsen neben Tomaten auch Paprika, Chili und  Auberginen. Da es hier durch die fehlenden Seitenteilen nicht so warm war, wuchs alles gut, erste Anzeichen von Kraut- und Knollenfäule trat erst spät im Oktober auf, gleichzeitig mit Kälteschäden an den Blättern. Die Anbaufläche wurde hier im Herbst noch erweitert und steht in 2018 zur Verfügung.

Die überdachten Flächen ermöglichen ein erfolgreiches Abreifen z.B. von Salatsamen. Im Freiland haben wir mit Schirmen als Überdachung experimentiert, hier hat der viele Wind und Regen die Saatgutreifung behindert.

Bis Ende der Saison wurden die restlichen Rahmenbeete aufgebaut, so dass nun 45 Stück zur Verfügung stehen. Es gibt einen Beetplan, damit wir den Überblick behalten und Anbaupausen beachtet werden können.

In 2017 haben wir die ersten Saaten von zweijährigen Kulturen gewonnen. Die Steckrübe "Sator Otofte" hat den Winter im Freien verbracht. Einige Rüben sind erfroren, aber ausreichend viele haben ihre Kältetoleranz gezeigt. Wie die Pflanzen vom Mangold "Krauser Silber" und dem Grünkohl "Holter Palme" haben sie geblüht und Früchte gebildet. Der Überfall der Rapsglanzkäfer kam zum Glück nach ihrer Blüte und hat kerinen Schaden angerichtet.

Nach erfolgreichem Anbau des Maximakürbis "Karotinkürbis" und der Zucchini "Gold rush" konnten wir uns neuen Sorten widmen. So wuchsen in 2017 die Zucchini "Alberello de Sanzara" und der Maximakürbis "Grüne Olive" im Vermehrungsgarten und trugen gut Früchte.

Die Wintererbsen sind immer eine Erfolgsgeschichte. Im Mai überraschen sie uns mit ihren bunten Blüten, später reifen dann Hülsen und Samen. Durch die frühe Reife im Jahr, gibt es wenig Schaden z.B. durch Erbsenwickler, die sind noch nicht so früh aktiv.  Der Anbau weiterer Erbsensorten ist nicht so erfolgreich verlaufen. In der Hauptpflegezeit stehen viele Arbeiten an und dann ist die Pflege der Erbsen vernachlässigt worden. In 2018 wird es eine neue Chance für Erbsen geben.

In 2017 hatten wir zum ersten Mal Zuckermais im Anbau. Mais wird durch Wind bestäubt und da der Wind recht zuverlässig aus Westen weht haben wir zwei Sorten mit entsprechendem Abstand angebaut. Die Sorte "Epi d' Or" wuchs auf einen gut gedüngten Beet und entwickelte sich prächtig. Zum Teil gab es drei Kolben pro Pflanze. Hier mussten wir im September noternten, weil die viele Nässe dazu führte, dass die Kolben zu faulen begannen. Der "Marokanische Zuckermais" wuchs in Gemeinschaft mit Phaselia, auf einem nicht so gute gedüngtem, Beete. Nachdem ihm mehr Platz und eine Kompostdüngung zuteil wurde, entwickelte auch er sich positiv. Die Sorte zeichnet sich durch eine besondere Süße aus.

Das Wetter hat uns in 2017 nicht verwöhnt. Oft hat es geregnet, besonders im Juli hat das vielen Pflanzen und uns das Leben schwer gemacht. Dazu kam der viele Wind bis Sturm, der Stangenbohnen umgeweht hat, so dass sie besonders gestützt werden mussten. Unser Plan mit der Siphie einen Windschutz zu bekommen hat noch nicht geklappt. Aber die Siphie, von der die ersten Pflanzen zum ersten Mal blühten hat uns und unsere Bienen verzückt. Es ist eine späte Bienenweide ab Juli bis September, wenn die anderen großen Trachten vorbei sind.

 

Tierische Mitarbeiter

Wir haben Bienen. Das Volk, welches im letzten Sommer in den Garten gekommen ist, hat vor dem Winter gut zugelegt und Winterbienen ausgebrütet. In der Wintertraube haben sie die kalte Jahreszeit gut überstanden. Jetzt, da es wärmer ist, fliegen sie wieder.

Die Wildbienenwand wird von verschiedenen Insekten angenommen. Bei der Führung im April kommten die BesucherInnen eine Mauerbiene dabei beobachten, wie sie ein Loch in der Lehmwand anflog. 

Seit Beginn der Gartenarbeit finden wir bei Arbeiten im Boden dunkel-violette Laufkäfer und Käferlarven. Die Käferlarven ernähren sich von abgestorbenen Wurzeln. Für ihre Entwicklung bis zum großen Käfer brauchen sie bis zu 4 Jahre. Laufkäfer sind Nützlinge, die sich auch über Schnecken und andere Bodentiere hermachen. Wir begegnen ihnen mit Respekt und lassen sie im Boden.

In 2017 fanden wir im Frühjahr einen großen Käfer, der zunächst für einen Maikäfer gehalten wurde. Bei genauem Hinsehen stellte sich heraus, er war ein Nashornkäfer, der sich im verrottenden Stroh entwickelt hatte.

Auch uns nicht unterstützende Wesen gibt es im Garten. Die Schnecken sind noch recht klein, sie werden abgesammelt. Von den Kaninchen wurde schon berichtet.

In 2017 erlebten wir das die vielen Mäuse nicht nur überall wühlen, sondern auch unsere weiße Beete in die Erde zogen. Stücke der Wurzeln konnten wir probieren und stellten fest, die Mäuse wissen was gut schmeckt. Im kommenden Jahr gibt es Beete mit Drahtabsperrung, damit wir erfolgreich Saatgut gewinnen können.