Busch- und Stangenbohnen

Botanischer Name
Phaseolus vulgaris ssp. vulgaris var. vulgaris = Stangenbohne, Phaseolus vulgaris ssp. vulgaris var. nanus = Buschbohne
Anbau

Alle Bohnen sind Leguminosen, d.h. sie sind in der Lage Stickstoff aus der Luft in den Wurzeln zu binden. Auch wenn sie nicht viel zusätzliche Nährstoffe benötigen, ist es sinnvoll, für Stangenbohnen schon im vorherigen Herbst das Beet mit Kompost zu versorgen. Das hat auch den Vorteil, dass Fliegenmaden über Winter sterben oder von Vögeln aufgepickt werden.

Alle Bohnen brauchen zur Keimung ganztägig mindestens 8 Grad Celsius Bodentemperatur, damit sie schnell keimen und sich gut entwickeln. Ist es zu kalt, braucht die Keimung länger und die Kerne sind Angriffen von Wurzelfliegenlarven, Pilzen u.ä. ausgesetzt. Der Boden muss feucht,  darf aber nicht zu nass sein. Bohnen werden nicht zu tief, ca. 1 – 2 cm tief, gesät. Eine alte Gärtnerweisheit besagt, Bohnen wollen die Glocken hören. Bei Stangenbohnen werden 3 – 5 Korn pro Stange gelegt.

Buschbohnen werden in Gruppen, Horsten von 3 - 5 Samen gelegt, bei Einbohnen genügt ein Korn pro Pflanzstelle, weil die Pflanzen sehr buschig werden. Der Abstand zwischen Stangenbohnen soll mindestens ein Meter, zwischen Busch- und Einbohnen mindestens 25 cm in der Reihe und 40 cm zwischen den Reihen betragen. Er ist eher etwas größer zu wählen, damit sich die einzelnen Pflanzen nicht berühren und den Blattläusen der Weg von einer zur anderen Pflanze erschwert wird.

Wenn sie die ersten Blätter gebildet haben werden die Pflanzen angehäufelt. Dieses erhöht die Standfestigkeit und den Ertrag. Besonders Einbohnen sind so ertragreich, wenn sie angehäufelt werden.

Stangenbohnen brauchen eine runde Stange an der sie sich emporwinden können.

Die schwarze Bohnenlaus ist ein auf Bohnen spezialisierter Schädling, der u.a. Viruserkrankungen übertragen kann. Deshalb ist es wichtig, Invasionen von Blattläusen frühzeitig zu bekämpfen, dazu reicht oft schon Wasser oder das Abwischen der Läuse.

Da Bohnen Stickstoff in den Boden einlagern, werden Bohnenpflanzen nach der Ernte nicht herausgerissen, sondern abgeschnitten, so dass die Wurzeln und der gesammelte Stickstoff im Boden bleiben.

Fruchtwechsel: Bohnen werden erst nach 4 Jahren wieder auf demselben Beet angebaut.

Mischkultur

Gute Nachbarn sind: Kohlarten, Salate, Gurken, Tomaten, Sellerie, Kartoffeln und Rote Bete.

Schlechte Nachbarn sind: Fenchel, Erbsen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch.

Ernte

Alle Bohnen können geerntet werden, wenn die Hülsen ausreichend groß sind, je kleiner desto zarter.

Bohnen sollten möglichst frisch verarbeitet werden. Beim Anbau im eigenen Garten ist das gut möglich, da der Transportweg in die Küche ja kurz sind.

Bohnen müssen vor dem Verzehr gekocht werden, damit das in ihnen enthaltende Gift Phasin abgebaut wird.

Wenn sich die Kerne deutlich abzeichnen, können die milchreifen Kerne als Löchtebohnen geertntet werden. Sie müssen nicht so lange gekocht werden wie die getrockneten Bohnen, die Körnerbohnen.

Vermehrung

Für die Saatgutgewinnung lässt man früh reifende Hülsen an der Pflanze ausreifen, bis sie klappertrocken sind.

Bei späten Sorten ist das nicht immer im Freiland möglich, wenn es einen kühlen und nassen Herbst gibt. Dann kann zur Rettung die gesamte Pflanze herausgerissen und mit den Wurzen nach oben an einem trockenen Platz aufgehängt werden. So kann das Saatgut noch ausreifen.

Wer späte Sorten anbaut und erhalten will, sollte überlegen, ob er die Pflanzen im Haus vorzieht und so die Reife verfrüht.

Nutzung

Frische Hülsen gekocht für Salate, Suppen und Gemüsegerichte.

Reife, getrocknete Bohnenkerne für Suppen und Aufläufe. Diese müssen  vor dem Kochen einige Stunden oder über Nacht in Wasser eingeweicht werden, damit sich die Kochzeit reduziert.

Salz und Gewürze werden erst nach dem Kochen zugegeben, weil sich sonst die Kochzeit stark verlängert.

Foto: C. Alt

Die Phaseolus-Bohnen sind mit Kolumbus aus Mittel- und Südamerika gekommen.

Hierzu gehören die Stangenbohnen, die Busch- und die Einbohnen. Die Feuerbohnen gehören zu einer anderen Gruppe, Varietät.

Bohnen aus dem eigenen Garten – so frisch kann man sie nicht kaufen. Während heute Bohnen hauptsächlich als Grünbohnen, d.h. die jungen Hülsen, für Gemüsegerichte und Salate genutzt werden, wurden früher mehr Körnerbohnen verwendet. Sie dienten der eiweißreichen Nahrung im Winter z.B. in Suppen. Hierzu hat man die Kerne = Körner an der Pflanze ausreifen lassen. Alle Bohnen lassen sich als Grün- oder Körnerbohnen nutzen, aber natürlich gibt es Sorten mit besonders dicken Kernen, die gute Körnerbohnen abgeben.

Im Vermehrungsgarten Hannover werden seit Beginn Stangenbohnen angebaut. Z.B.

"Hilda" - grüne, breite Hülsen, weiße Kerne

"Tönnes Riesen" - alte Familiensorte mit langen, breiten, grünen Hülsen, weiße oder braune Kerne

"Gelbe Schwertbohne aus Rumänien" - breite, lange Hülsen, bleiben lange zart, grau-braune Kerne

"Landsorte 29290" - frühe Sorte, grüne, später rötliche, ovale Hülsen, hellgrau-schwarz gestreifte Kerne

"Frühester Juli" - frühe Sorte, grüne, runde, lange Hülsen, weiße Kerne

"Madeira B" - breite, grüne, später rotgeflammte, breite Hülsen, kugelige, beige-braun gestreifte Kerne.

Buschbohnen:

"Black Turtle" - grüne, runde Hülsen, schwarze Kerne, typische schwarze Bohne Südamerika

"Imuna" - üpige Pflanze mit vielen grünen Hülsen, Kerne weiß

"Berliner" - Wachsbohne, gelbe, runde Hülsen, früher Ertrag, Kerne schwarz

Einbohnen:

"12825" - üppige Pflanze mit grünen, runden Hülsen, mittelfrühe Reife